Interview mit euch selbst

3 Fragen zur eigenen Partnerschaft

Kommunikation in Beziehung ist manchmal herausfordernd. Für bestimmte Themen braucht es einen ruhigen Moment und ein offenes Ohr. Für ein frisches Zuhören und Kennenlernen hilft auch mal ein neues Format.

Ein Interview mit euch selbst ist dafür ein schönes Format. Einigt euch auf 3 Fragen, die euch interessieren. Beantwortet diese jeder für sich allein – so, als würdet ihr einem Reporter auf diese Fragen antworten. Dann schickt ihr euch eure Antworten gegenseitig zu oder lest sie euch vor und sprecht darüber.

In Vorbereitung auf diese Webseite haben wir das Format genutzt. Im Folgenden findet ihr als Anregung drei Beispielfragen aus unserem Interview.

Herzliche Grüße,
Elisabeth und Christoph

 

Was magst du an deiner Beziehung?

Elisabeth: Es gibt vieles, was ich sehr schätze. Das, was als erstes da ist, ist recht einfach. Ich mag es mit Christoph an einem Samstagnachmittag im Garten zu stehen, zu überlegen, wo wir was hinpflanzen und wie dann jeder für sich an seinem Platz im gemeinsamen Garten arbeitet.

Christoph: Spontane Freude. Und einen Menschen vor mir zu haben, den ich nicht immer verstehe und der in vielen Dingen anders ist, als ich das von mir kenne. Das macht mich neugierig. Morgens gemeinsam einen Kaffee zu trinken und zu teilen, was uns bewegt. Ich mag den Alltag, das einfache Leben, das wir teilen.

Was ist für dich herausfordernd in der Partnerschaft?

Christoph: Dass vieles anders ist als ich kenne. Darin zu lernen, das was mich trifft, nicht sofort dem anderen in die Schuhe zu schieben, sondern von mir zu teilen, wie es mir damit geht. Ehrlich das auszudrücken, was gerade da ist und zu vertrauen – das kann Zorn, Freude und Trauer sein. Ja, ich lerne viel darüber, dass das Leben auch Freude machen darf, das ist manchmal echt nicht leicht.

Elisabeth: Es fordert mich zu lernen, wann es mein natürliches Bedürfnis ist, für mich zu sein, mich zurückzuziehen und wann ich Rückzug benutze, um Dingen aus dem Weg zu gehen, die mich zornig machen oder verunsichern.

Was heißt Nähe für dich in Beziehung?

Elisabeth: Gute Frage… Wenn Christoph mich mit etwas konfrontiert oder von sich teilt, dann ist meine erste impulsive Reaktion gern: Zurückweisung! Das ist deins! Mittlerweile beobachte ich, welche Distanz das schafft, auch zu mir selbst.

Da ich mich seit einigen Jahren mit dem Thema CoCreation beschäftige, habe ich in unserer Beziehung ein Gedankenexperiment aus dieser Lehre des Verbunden-Seins und Voneinander-Lernens ausprobiert:

Was, wenn das, was der andere gerade mitteilt (auch wenn er es auf seine spezielle Art und Weise und mit seiner Färbung tut), nicht von mir getrennt ist? Wenn es auch einen Aspekt meines Herzens ausdrückt?

Dann öffnet sich ein gemeinsamer Lernraum. Unsicher, verletzbar, berührbar. Wenn wir darin langsam und ehrlich sein können – das ist Nähe für mich. Es überrascht mich immer wieder, dass mir das auch Nähe zu mir schenkt.

Christoph: Zuhören. Dem Partner und meinem Herzen. Und damit ehrlich sein, was mein Herz sprechen und tun oder nicht sprechen und nicht tun möchte.